Kampagne zum Thema Wiedereinstieg in den ÖPNV
mit prominenten Fahrgästen

„Ich bin Wiedereinsteiger*in“ lautet die zentrale Botschaft der Kampagne Prominenten – wie in unserem Beispielmotiv Collin Ullem-Fernandes. Sie sollen für den Wiedereinstig in Bus und Bahn motivieren. Denn auch in Zeiten von Corona gibt es zum Wiedereinstieg in den ÖPNV viele gute Gründe und objektiv betrachtet auch keinen Anlass zur Sorge. Die Ansteckungsgefahr im öffentlichen Nahverkehr ist nicht höher als an anderen öffentlichen Orten – das ist das Ergebnis gleich mehrerer Untersuchungen aus dem In- und Ausland. So hat die Charité Research Organisation Ende Juni rund 1.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn mit dem Ziel untersucht, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gefährdung von Mitarbeitern und Reisenden durch Covid-19 zu gewinnen. Das Ergebnis: Es gibt es keine erhöhte Ansteckungsgefahr in Zügen.

Deutschland steigt wieder ein. Seit dem zwischenzeitlichen Einbruch der Fahrgastzahlen infolge der coronabedingten Einschränkungen im Frühjahr fahren wieder deutlich mehr Menschen Bus und Bahn. Dennoch liegen die aktuellen Werte mit 70 bis 75 Prozent weit unter Vorkrisenniveau. Dabei sind Busse und Bahnen keine Orte erhöhter Infektionsgefahr, wie verschiedene nationale und internationale Studien und Erhebungen inzwischen bestätigen. Bund, Länder, Kommunen sowie Verkehrsunternehmen und -verbünde werben daher gezielt für die Rückkehr der Fahrgäste durch Sicherheit im ÖPNV. Mit der heute beginnenden zweiten Phase der Gemeinschaftskampagne #BesserWeiter heben die Akteure hervor, dass sich die Klimaschutzziele im Verkehr nur mit einem leistungsstarken öffentlichen Nahverkehr erreichen lassen.

 

Studien aus dem Ausland bestätigen Sicherheit im ÖPNV

In Österreich hat die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) Infektionsketten mithilfe lokaler Behörden rekonstruiert und dabei nicht eine Infektion ermittelt, die auf eine Ansteckung im öffentlichen Verkehr zurückzuführen ist.

Eine Forschergruppe an der Universität Tokio konnte bei rund 3.000 untersuchten Fällen ebenfalls keine Infektionsketten mit Hinweis auf Busse und Bahnen finden. Und eine Umfrage der „New York Times“ unter ortsansässigen Verkehrsunternehmen kommt zu dem Schluss, dass es auch in der Metropole New York keine Massenansteckungen im öffentlichen Nahverkehr gegeben hat.

Allen bekannten Auswertungen zufolge tragen die Nutzung von Alltagsmasken, die ständige Frischluftzufuhr und die zumeist kurze Aufenthaltsdauer zum geringen Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen bei. Ebenso leisten die verstärkten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen der Verkehrsunternehmen einen wichtigen Beitrag, den öffentlichen Nahverkehr in Corona-Zeiten sicher zu machen: Die Reinigungsintervalle wurden erhöht, Türen öffnen häufig automatisch, der Luftaustausch wurde vielfach hochregelt.

Verkehrsunternehmen: Fast keine Infektionen bei Mitarbeitenden

Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Branchenverband des öffentlichen Verkehrs und maßgeblicher Initiator der #BesserWeiter-Kampagne, geht der Frage der Infektionsgefahr in Bussen und Bahnen nach. Noch ist die Befragung des VDV unter seinen rund 600 Mitgliedsunternehmen nicht abgeschlossen, aber erste Zwischenergebnisse zeigen eindeutig positive Resultate. Es sind demnach so gut wie keine Covid-19-Infektionen unter den Mitarbeitenden festzustellen, auch nicht bei den Berufsgruppen mit direktem, täglichen Kundenkontakt.

„Unsere jüngste Untersuchung bestätigt bislang, was bereits die nationalen und internationalen Auswertungen gezeigt haben: Bus- und Bahnfahren ist auch in Covid-Zeiten eine sichere Sache. Die Faktoren Maske, ständige Frischluftzufuhr bzw. rascher Luftaustausch und kurze Reisezeit sprechen für den öffentlichen Nahverkehr. Es besteht Sicherheit im ÖPNV. Das ist eine gute Nachricht für die Beschäftigten der Verkehrsunternehmen und für die Fahrgäste im ÖPNV. Ich hoffe, dass diese eindeutigen Ergebnisse dazu beitragen, mittelfristig wieder an die Rekordfahrgastzahlen der Vergangenheit anzuknüpfen“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann.

Klimaschutzziele und Verkehrswende weiter im Fokus

Das Bundesverkehrsministerium, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände unterstützen die gemeinsame Kampagne der Verkehrsunternehmen und -verbünde aktiv. Alle Beteiligten sind sich einig, dass sich die Klimaschutzziele nur mit einem attraktiven und leistungsstarken öffentlichen Nahverkehr erreichen lassen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer macht deutlich, warum die Rückkehr der Fahrgäste so wichtig ist: „Wir brauchen einen starken ÖPNV in Deutschland – für unsere Mobilität und für das Klima. Deshalb stützen, schützen und stärken wir die Verkehrsunternehmen mit zusätzlichen 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Wichtig ist aber auch, dass die Fahrgäste das Angebot nutzen. Mit unserer Kampagne klären wir auf und sensibilisieren, damit die Menschen mit einem sicheren Gefühl in Bus und Bahn einsteigen – selbstverständlich nur mit Maske.“

Anke Rehlinger, Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz und Verkehrsministerin des Saarlandes, sieht keinen Anlass, nicht auch während der Pandemie den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen: „Die aktuellen Infektionszahlen zeigen uns, dass Vorsicht das oberste Gebot der Stunde ist. Trotzdem brauchen wir eine neue Normalität – auch im ÖPNV. Wir wissen: Bus und Bahn sind sicher, wenn sich alle an die Spielregeln halten. Die Maßnahmen schützen wirksam. Es gibt keinen Grund, den ÖPNV zu meiden, im Gegenteil: Alles spricht dafür, wieder einzusteigen. Bus und Bahn bringen uns sicher, zuverlässig und umweltfreundlich durch den Alltag. Und nicht zuletzt sind die Verkehrsmittel der Wahl, wenn wir – auch in Zeiten von Corona – den Klimaschutz in Deutschland weiter voranbringen wollen.“

Vertrauen in Bus und Bahn nimmt langsam wieder zu

Die verstärkten Aktivitäten der Verkehrsunternehmen in Sachen Hygiene, Reinigung und Luftaustausch sowie die gemeinsam von den Ordnungsbehörden und der Branche kontrollierte Einhaltung der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen tragen erste Früchte, wie ein Blick auf den neuen „Vertrauensindex Bus & Bahn“ zeigt. Der im Zuge der #BesserWeiter-Kampagne eingeführte, fortlaufende Index macht das Sicherheitsgefühl der Menschen messbar. Nach einer zwischenzeitlichen Verschlechterung infolge höherer Infektionsraten in regionalen Corona-Gefahrenherden, ist der Wert mittlerweile wieder gestiegen und liegt aktuell bei 45,8 Indexpunkten. Das beweist, dass sich das aktuelle Infektionsgeschehen nicht automatisch negativ auf das Vertrauen der Menschen auswirkt und das Vertrauen in Bus und Bahn schrittweise zurückkehrt.

Kampagne wirbt mit Fahrgastmotiven und prominenter Unterstützung

Die heute beginnende zweite Phase der Kampagne zeigt mit aufmerksamkeitsstarken Motiven verschiedene Wiedereinsteiger*innen in Bus und Bahn, die unterschiedliche Gründe für die Rückkehr zum öffentlichen Nahverkehr nennen. Die Initiatoren der Kampagne erfreuen sich dabei prominenter Unterstützung durch die Schauspielerin und TV-Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes, den ehemaligen Weltklasse-Handballer Stefan Kretzschmar, den Musiker und BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken, Matthias Killing, Moderator des SAT.1-Frühstücksfernsehens, sowie den TV-Moderator, Kabarettisten und Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen. Die Prominenten bekennen sich ebenfalls mit eigenen Beweggründen zum Wiedereinstieg in den ÖPNV. Plakatiert wird die Kampagne zur Rückgewinnung der Fahrgäste schrittweise in allen Bundesländern und insgesamt 205 Städten. In der ersten Phase der Kampagne von Juli bis Oktober standen die Danksagung an die Beschäftigten sowie Aufklärung über das Tragen der Maske und die Hygienemaßnahmen der Branche im Mittelpunkt.

Weitere Informationen, einschließlich der Prominenten-Motive, finden Sie hier:
www.besserweiter.de

(Quelle: VDV)

 

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